Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie heute schon versucht, die Zukunft zu managen?
Den perfekten Ablauf des Meetings, die Reaktion Ihres Partners auf eine Nachricht oder den exakten Verlauf eines wichtigen Projekts. Wir planen, optimieren und kontrollieren. Alles in der Hoffnung, dadurch Sicherheit zu gewinnen.
Doch das Paradoxon ist: Je mehr wir versuchen, alles im Griff zu behalten, desto mehr gerät unser inneres Gleichgewicht aus den Fugen.
Warum unser Gehirn auf Kontrolle "programmiert" ist
Evolutionär gesehen war Kontrolle eine Überlebensstrategie. Wer wusste, wo die Vorräte liegen und wie das Wetter wird, überlebte. Heute jedoch wenden wir diese Strategie auf Dinge an, die sich schlichtweg nicht kontrollieren lassen. Dies sind z.B. die Gefühle anderer, unvorhersehbare Marktentwicklungen oder unsere Tagesform, die sich nicht einfach per Knopfdruck optimieren lässt.
Wenn wir versuchen, das Unkontrollierbare zu steuern, wertet unser Gehirn das Ausbleiben von Erfolg als permanente Bedrohung. Die Folge? Ein chronisch erhöhtes Cortisollevel. Wir befinden uns im "Überlebensmodus", auch wenn wir nur vor dem Laptop sitzen.
Das "Tauziehen" mit den eigenen Gedanken
In der modernen Psychologie, insbesondere in der Acceptance and Commitment Therapy (ACT), nutzen wir oft das Bild des Tauziehens. Stellen Sie sich vor, auf der anderen Seite des Seils steht ein Monster - genannt Ihre "Angst", Ihr "Stress" oder Ihre "Unsicherheit". Sie ziehen mit aller Kraft, um das Monster in den Abgrund zu befördern.
Das Problem ist, solange Sie ziehen, sind Sie gebunden. Ihre Hände sind wund. Ihr Körper ist unter Hochspannung und Sie können sich nicht wegbewegen. Akzeptanz bedeutet nicht, dass das Monster verschwindet. Es bedeutet, das Seil loszulassen. Das Monster steht zwar noch da, aber Sie haben Ihre Hände frei. Sie können sich umdrehen und dorthin gehen, wo das Leben stattfindet.
Oft wird Akzeptanz mit Passivität verwechselt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Akzeptanz ist ein aktiver, mutiger Prozess der Selbstregulation.
Drei Schritte aus der Kontroll-Falle
Wie gelingt der Transfer in den Alltag zwischen Business-Calls und Familienzeit?
Die Freiheit beginnt dort, wo die Kontrolle endet
Wahre psychische Entlastung entsteht nicht dadurch, dass unser Leben perfekt geordnet ist. Sie entsteht durch das Vertrauen, dass wir auch mit dem Ungeordneten umgehen können. Akzeptanz ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die höchste Form der inneren Stärke. Sie ist der Moment, in dem wir aufhören zu kämpfen und anfangen zu gestalten.
Bei OREA Health AG begleiten wir Sie dabei, Ihre individuellen Stressmuster zu verstehen, und Werkzeuge zu finden, die über das blosse "Funktionieren" hinausgehen.
Helen PourNazari
Psychologische Beraterin
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